Future glacial lake risk in High Mountain Asia
In Hochasien führen steigende Temperaturen und veränderte Niederschläge zum Rückzug der Gletscher und zur Ausweitung bzw. Neubildung von Gletscherseen. Deren plötzliche Entleerung kann zu Gletscherseeausbrüchen (GLOFs) werden – äußerst gefährlichen Naturkatastrophen. Daher ist es entscheidend, mögliche Standorte, Entwicklung und Gefährdungspotenzial zukünftiger Seen zu kennen. Die Studie umfasst drei Schritte: (a) Erstellung des ersten vollständigen Inventars zukünftiger Gletscherseen in Hochasien; (b) Bestimmung eines möglichen Zeitrahmens für die Entstehung der größten 2.700 Seen anhand von Gletschermassenbilanz-Simulationen bis 2100 unter vier Klimaszenarien; (c) Untersuchung der künftigen GLOF-Dynamik. Dazu werden zahlreiche GLOFs potenziell gefährlicher Seen in der Everest-Region mithilfe dreidimensionaler Strömungsmodelle simuliert und ihr Schadenspotenzial bewertet. Die Analyse der subglazialen Topographie zeigt ein Potenzial von über 25.000 neuen Seen. Simulationen bis 2100 belegen starken Szenario-Einfluss sowie eine deutliche Zunahme von Seeflächen und -volumina. GLOF-Simulationen weisen auf steigende Schäden hin, wenn verschiedene Moränendurchbruchs-, Klima- und Bevölkerungsannahmen berücksichtigt werden. Große GLOFs aus Imja Tsho, Lower Barun Lake oder Tsho Rolpa können das Vorgebirge erreichen und 80–100 km Straßen sowie 700–2.000 Häuser mit bis zu 10 m Wassertiefe überfluten. Die Arbeit verbessert das Verständnis der Seenbildung im Klimawandel, ermöglicht präzisere Risikobewertungen und unterstreicht die Bedeutung lokaler Studien, um besonders gefährdete Gemeinschaften besser vorzubereiten.
Publication Details
- Journal
- edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
- Published
- 2025-11-19
- DOI
- https://doi.org/10.18452/35312
- Primary Topic
- Cryospheric studies and observations
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
- 0.00