Reconciling Work and Family in a 24/7 Economy?

Trotz weit verbreiteter atypischer Arbeitszeiten operieren Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen weiterhin zu Standardzeiten. Dennoch bleibt die Forschung darüber, wie Eltern ihre Arbeits- und Betreuungsverpflichtungen koordinieren, unvollständig. Diese Dissertation adressiert diese Forschungslücke, indem sie Geschlechter- und soziale Klassendifferenzen in Strukturen der Alltagszeit analysiert. Drei vergleichende Studien kombinieren Sequenz- und Clusteranalysen mit Regressionsmodellen anhand von Zeitverwendungsdaten, um Muster bezahlter und unbezahlter Arbeit in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich sichtbar zu machen. Studie 1 untersucht, wie sich die Zeitverwendungsmuster von Müttern und Vätern im historisch konservativen Westdeutschland und ehemals sozialistischen Ostdeutschland zwischen 1990 und 2013 je nach sozialer Klasse verändert haben. Studie 2 analysiert soziale Klassenunterschiede in der Zeitorganisation von Müttern und deren Zusammenhang mit der Auslagerung häuslicher Arbeit im Vereinigten Königreich (2015) und Westdeutschland (2013). Studie 3, in Kooperation mit Jeanne Ganault, untersucht wie Bildung sowie das Vorhandensein und Alter von Kindern geschlechtsspezifische Erwerbsarbeitszeitmuster von Paaren in Frankreich (2010) und Deutschland (2013) beeinflussen. Die Ergebnisse stellen klassenbasierte Theorien infrage, die die Lage von Erwerbsarbeitszeiten als direktes Abbild von Arbeitsmarktchancen verstehen, sowie familienzentrierte Ansätze, die atypische Arbeitszeiten als Chance für eine geschlechtergerechte Arbeitsteilung sehen. Sie zeigen die Notwendigkeit einer intersektionalen Perspektive auf, um zu verstehen, wie Geschlecht und soziale Klasse den Erwerbs- und Familienalltag prägen, und unterstreichen die Bedeutung sozialpolitischer Rahmenbedingungen für die Strukturierung von Geschlechter- und Klassendifferenzen in der täglichen Zeitverwendung von Eltern.

Publication Details

Journal
Econstor (Econstor)
Published
2025-10-28
DOI
https://doi.org/10.18452/34805
Primary Topic
Botany, Ecology, and Taxonomy Studies
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
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Reconciling Work and Family in a 24/7 Economy?

Econstor (Econstor)
Botany, Ecology, and Taxonomy Studies
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Abstract

Trotz weit verbreiteter atypischer Arbeitszeiten operieren Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen weiterhin zu Standardzeiten. Dennoch bleibt die Forschung darüber, wie Eltern ihre Arbeits- und Betreuungsverpflichtungen koordinieren, unvollständig. Diese Dissertation adressiert diese Forschungslücke, indem sie Geschlechter- und soziale Klassendifferenzen in Strukturen der Alltagszeit analysiert. Drei vergleichende Studien kombinieren Sequenz- und Clusteranalysen mit Regressionsmodellen anhand von Zeitverwendungsdaten, um Muster bezahlter und unbezahlter Arbeit in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich sichtbar zu machen. Studie 1 untersucht, wie sich die Zeitverwendungsmuster von Müttern und Vätern im historisch konservativen Westdeutschland und ehemals sozialistischen Ostdeutschland zwischen 1990 und 2013 je nach sozialer Klasse verändert haben. Studie 2 analysiert soziale Klassenunterschiede in der Zeitorganisation von Müttern und deren Zusammenhang mit der Auslagerung häuslicher Arbeit im Vereinigten Königreich (2015) und Westdeutschland (2013). Studie 3, in Kooperation mit Jeanne Ganault, untersucht wie Bildung sowie das Vorhandensein und Alter von Kindern geschlechtsspezifische Erwerbsarbeitszeitmuster von Paaren in Frankreich (2010) und Deutschland (2013) beeinflussen. Die Ergebnisse stellen klassenbasierte Theorien infrage, die die Lage von Erwerbsarbeitszeiten als direktes Abbild von Arbeitsmarktchancen verstehen, sowie familienzentrierte Ansätze, die atypische Arbeitszeiten als Chance für eine geschlechtergerechte Arbeitsteilung sehen. Sie zeigen die Notwendigkeit einer intersektionalen Perspektive auf, um zu verstehen, wie Geschlecht und soziale Klasse den Erwerbs- und Familienalltag prägen, und unterstreichen die Bedeutung sozialpolitischer Rahmenbedingungen für die Strukturierung von Geschlechter- und Klassendifferenzen in der täglichen Zeitverwendung von Eltern.

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