A Design Theory for Blockchain-Based Reputation Systems

Diese kumulative Dissertation, die neun Fachbeiträge zusammenführt, entwickelt eine Design-Theorie zur vollständigen Neukonzeption von digitalen Reputationssystemen. Die Arbeit leistet einen fundamentalen Beitrag zur Wirtschaftsinformatik, indem sie das Koordinierungsproblem der Lemon Markets in B2B-Märkten, verursacht durch Informationsasymmetrie und Anreizdefizite, auf neuartige Weise adressiert.Die Design-Theorie beruht auf systemtheoretischen Konzepten und rekonzeptualisiert Reputationssysteme als dynamische, selektive, soziale Kommunikationssysteme, in denen Akteure den Vertrauensbildungsmechanismus gezielt beeinflussen können. Dies bildet die theoretische Grundlage für die Entwicklung eines ökonomisch-integrierten Reputationsmechanismus, der Anreizprobleme und Fälschungssicherheit neu löst. Um Systemtheorie für IS-Forscher zugänglicher zu machen, wurde zudem ein Framework mit 52 Systemkonzepten und 129 Spezifikationen entwickelt, das Systemtheorie mit der Design Science Research verbindet.Auf dieser Basis wird ein innovativer Reputationsmechanismus entwickelt, der das grundlegende Anreizproblem und die Fälschungssicherheit für derartige Systeme neu löst. Anstelle von kostenlosen Bewertungen werden monetär gewichtete Bewertungen in Form freiwilliger Bonuszahlungen genutzt. Die Freigabe dieser Geldbewertungen durch den Kunden schafft ein ökonomisch eindeutiges, quantifizierbares Signal, bei dem Signalkosten und Signalqualität gekoppelt sind. Ein integrierter systemischer Gegenbewertungsmechanismus mit beobachtungsabhängigen Sichtbarkeitsschwellen sorgt dabei für ein Systemgleichgewicht, das den fairen Vertrauensaufbau rückversichert. Hierdurch wird der soziale Vertrauensmechanismus in einen digitalen Reputationsmechanismus überführt, was eine neue Klasse von Informationssystemen schafft.Die Arbeit bricht mit der Konvention, dass Bewertungsinformationen als öffentliche Güter gehandhabt werden, indem sie Bewertungen als private Güter rekonzeptualisiert. Dies eröffnet die selektive Weitergabe von Bewertungsinformationen in Reputationsökosystemen und somit den Handel von Bewertungsinformationen in Plattformökosystemen. Die Blockchain-Technologie dient dabei als zusätzlicher Manipulationsschutz. Sie adressiert zentrale Geschäftsanforderungen der Vereinbarkeit von Transparenz und Vertraulichkeit in Unternehmenskontexten. Insgesamt liefert diese Dissertation die Grundlage für eine neue Generation digitaler Vertrauensinfrastrukturen.

Publication Details

Journal
Amtliche Mitteilungen (Universitätsbibliothek Paderborn)
Published
2025-09-25
DOI
https://doi.org/10.17619/unipb/1-2414
Primary Topic
Corporate Identity and Reputation
Type
article
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A Design Theory for Blockchain-Based Reputation Systems

Amtliche Mitteilungen (Universitätsbibliothek Paderborn)
Corporate Identity and Reputation
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A Design Theory for Blockchain-Based Reputation Systems

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Abstract

Diese kumulative Dissertation, die neun Fachbeiträge zusammenführt, entwickelt eine Design-Theorie zur vollständigen Neukonzeption von digitalen Reputationssystemen. Die Arbeit leistet einen fundamentalen Beitrag zur Wirtschaftsinformatik, indem sie das Koordinierungsproblem der Lemon Markets in B2B-Märkten, verursacht durch Informationsasymmetrie und Anreizdefizite, auf neuartige Weise adressiert.Die Design-Theorie beruht auf systemtheoretischen Konzepten und rekonzeptualisiert Reputationssysteme als dynamische, selektive, soziale Kommunikationssysteme, in denen Akteure den Vertrauensbildungsmechanismus gezielt beeinflussen können. Dies bildet die theoretische Grundlage für die Entwicklung eines ökonomisch-integrierten Reputationsmechanismus, der Anreizprobleme und Fälschungssicherheit neu löst. Um Systemtheorie für IS-Forscher zugänglicher zu machen, wurde zudem ein Framework mit 52 Systemkonzepten und 129 Spezifikationen entwickelt, das Systemtheorie mit der Design Science Research verbindet.Auf dieser Basis wird ein innovativer Reputationsmechanismus entwickelt, der das grundlegende Anreizproblem und die Fälschungssicherheit für derartige Systeme neu löst. Anstelle von kostenlosen Bewertungen werden monetär gewichtete Bewertungen in Form freiwilliger Bonuszahlungen genutzt. Die Freigabe dieser Geldbewertungen durch den Kunden schafft ein ökonomisch eindeutiges, quantifizierbares Signal, bei dem Signalkosten und Signalqualität gekoppelt sind. Ein integrierter systemischer Gegenbewertungsmechanismus mit beobachtungsabhängigen Sichtbarkeitsschwellen sorgt dabei für ein Systemgleichgewicht, das den fairen Vertrauensaufbau rückversichert. Hierdurch wird der soziale Vertrauensmechanismus in einen digitalen Reputationsmechanismus überführt, was eine neue Klasse von Informationssystemen schafft.Die Arbeit bricht mit der Konvention, dass Bewertungsinformationen als öffentliche Güter gehandhabt werden, indem sie Bewertungen als private Güter rekonzeptualisiert. Dies eröffnet die selektive Weitergabe von Bewertungsinformationen in Reputationsökosystemen und somit den Handel von Bewertungsinformationen in Plattformökosystemen. Die Blockchain-Technologie dient dabei als zusätzlicher Manipulationsschutz. Sie adressiert zentrale Geschäftsanforderungen der Vereinbarkeit von Transparenz und Vertraulichkeit in Unternehmenskontexten. Insgesamt liefert diese Dissertation die Grundlage für eine neue Generation digitaler Vertrauensinfrastrukturen.

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