Home ranges of Sand Lizards, Lacerta agilis (Squamata: Sauria: Lacertidae), along railway tracks

Bahnstrecken gehören zu den wichtigsten Sekundärlebensräumen der Zauneidechse (Lacerta agilis). Zur Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs sind jedoch regelmäßige Eingriffe an Bahnstrecken notwendig, welche eine Gefahr für lokalen Zauneidechsenpopulationen sein können. Um mögliche Bedrohungen durch Instandhaltung und Bauarbeiten einschätzen zu können, sind detaillierte Kenntnisse darüber erforderlich, wie Zauneidechsen ihren Lebensraum entlang von Bahnstrecken nutzen. Daher haben wir in den Jahren 2020 und 2021 die Aktionsräume von Zauneidechsen mit Hilfe von Radiotelemetrie untersucht und festgestellt, ob sich diese zwischen den Jahreszeiten und den Geschlechtern unterscheiden. Zudem haben wir die an Bahnstrecken vorhandenen Mikrohabitate einschließlich der Schlafplätze der Eidechsen untersucht. Die Datenaufnahme wurde in Brandenburg durchgeführt. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Aktionsräume von Zauneidechsen im Frühjahr nach der Winterruhe am kleinsten und im Sommer am größten sind. Unterschiede in der Größe der Aktionsräume zwischen Männchen und Weibchen waren nicht signifikant. Die Größe des Aktionsraums ließ sich am besten durch die Kalenderwoche vorhersagen, da in warmen Sommermonaten im Schnitt größere Aktionsräume verzeichnet wurden als im Frühjahr und Spätsommer. Die Kernlebensräume der einzelnen Tiere befanden sich direkt entlang der Bahnlinie. Die meisten Schlafplätze wurden in der Böschung und im Gleisschotter festgestellt. Insbesondere im Sommer stellte der Schotter den meistgenutzten Schlafplatz dar, während sich die Schlafplätze im Frühjahr und Spätsommer hauptsächlich in der Böschung und am Waldrand befanden. Unsere Studie zeigt, dass Bahngleise und die angrenzenden Böschungen eine hohe Strukturvielfalt aufweisen und damit ganzjährig von Zauneidechsen besiedelt werden können, während die genaue Lebensraumnutzung je nach Jahreszeit variiert. Darüber hinaus geben wir detaillierte Einblicke in die Nutzung verschiedener Mikrohabitate als Versteck- und Schlafplätze.

Publication Details

Journal
Multilingual Matters (Channel View Publications)
Published
2025-05-15
Primary Topic
Amphibian and Reptile Biology
Type
article
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Amphibian and Reptile Biology
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Abstract

Bahnstrecken gehören zu den wichtigsten Sekundärlebensräumen der Zauneidechse (Lacerta agilis). Zur Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs sind jedoch regelmäßige Eingriffe an Bahnstrecken notwendig, welche eine Gefahr für lokalen Zauneidechsenpopulationen sein können. Um mögliche Bedrohungen durch Instandhaltung und Bauarbeiten einschätzen zu können, sind detaillierte Kenntnisse darüber erforderlich, wie Zauneidechsen ihren Lebensraum entlang von Bahnstrecken nutzen. Daher haben wir in den Jahren 2020 und 2021 die Aktionsräume von Zauneidechsen mit Hilfe von Radiotelemetrie untersucht und festgestellt, ob sich diese zwischen den Jahreszeiten und den Geschlechtern unterscheiden. Zudem haben wir die an Bahnstrecken vorhandenen Mikrohabitate einschließlich der Schlafplätze der Eidechsen untersucht. Die Datenaufnahme wurde in Brandenburg durchgeführt. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Aktionsräume von Zauneidechsen im Frühjahr nach der Winterruhe am kleinsten und im Sommer am größten sind. Unterschiede in der Größe der Aktionsräume zwischen Männchen und Weibchen waren nicht signifikant. Die Größe des Aktionsraums ließ sich am besten durch die Kalenderwoche vorhersagen, da in warmen Sommermonaten im Schnitt größere Aktionsräume verzeichnet wurden als im Frühjahr und Spätsommer. Die Kernlebensräume der einzelnen Tiere befanden sich direkt entlang der Bahnlinie. Die meisten Schlafplätze wurden in der Böschung und im Gleisschotter festgestellt. Insbesondere im Sommer stellte der Schotter den meistgenutzten Schlafplatz dar, während sich die Schlafplätze im Frühjahr und Spätsommer hauptsächlich in der Böschung und am Waldrand befanden. Unsere Studie zeigt, dass Bahngleise und die angrenzenden Böschungen eine hohe Strukturvielfalt aufweisen und damit ganzjährig von Zauneidechsen besiedelt werden können, während die genaue Lebensraumnutzung je nach Jahreszeit variiert. Darüber hinaus geben wir detaillierte Einblicke in die Nutzung verschiedener Mikrohabitate als Versteck- und Schlafplätze.

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