Niedrig dosierte Ganzhaut‐Elektronenbestrahlung bei erythrodermatischer Mycosis fungoides und Sézary‐Syndrom: Ergebnisse aus der prospektiven S‐MISR‐Studie

Zusammenfassung Hintergrund Bei der erythrodermatischen Mycosis fungoides (eMF) und dem Sézary‐Syndrom (SS) sind systemische Therapien häufig mit verzögerten und nicht anhaltenden klinischen Remissionen verbunden. Patienten und Methodik 35 Patienten mit eMF und SS wurden mittels Ganzhautelektronenbestrahlung ( total skin electron beam therapy , TSEBT) behandelt. Analysiert wurden Ansprechraten, patientenberichtete Verläufe, Überlebensraten und die mediane Zeit bis zur nächsten Behandlung ( time to next treatment , TTNT) und Progressionsfreies Überleben ( progression‐free survival , PFS). Ergebnisse In die Studie wurden 21 Patienten mit SS und 14 Patienten mit eMF eingeschlossen. Die applizierte Strahlendosis betrug im Median 12 Gy. Nach der TSEBT erhielten 25 Patienten (71%) eine weitere Therapie. Die Gesamtansprechrate nach 3 Monaten lag bei 89%. Die mediane TTNT lag bei 20 Monaten, das mediane PFS bei 14 Monaten. Bei den Patienten zeigten sich eine deutliche Verringerung des Juckreizes, eine Abnahme der Hautläsionen und eine Verbesserung der Lebensqualität. Die mediane TTNT und das PFS waren in der Gruppe mit Anschlusstherapie nach TSEBT länger als bei Patienten ohne weitere Therapie. Die Rate von Strahlentherapie‐Toxizitäten ≥ Grad 3 betrug 6%. Aus translationaler Perspektive konnten mehrere potenzielle Biomarker im peripheren Blut identifiziert werden. Schlussfolgerungen Patienten mit eMF und SS können wirksam und sicher mit niedrig dosierten TSEBT behandelt werden, sodass anschließende Therapien sowie weitere Behandlungen möglich sind. Die Patienten zeigten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bei gleichzeitig niedriger Toxizität.

Authors

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Journal
JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Published
2025-12-01
DOI
https://doi.org/10.1111/ddg.15851_g
Primary Topic
Cutaneous lymphoproliferative disorders research
Type
article
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Niedrig dosierte Ganzhaut‐Elektronenbestrahlung bei erythrodermatischer Mycosis fungoides und Sézary‐Syndrom: Ergebnisse aus der prospektiven S‐MISR‐Studie

Rudolf Stadler, Niklas Benedikt Pepper, Claudia Pföhler, Jan P. Nicolay et al.
JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Cutaneous lymphoproliferative disorders research
article

Niedrig dosierte Ganzhaut‐Elektronenbestrahlung bei erythrodermatischer Mycosis fungoides und Sézary‐Syndrom: Ergebnisse aus der prospektiven S‐MISR‐Studie

Rudolf Stadler, Niklas Benedikt Pepper, Claudia Pföhler, Jan P. Nicolay, Elisabeth Livingstone, Johannes Kleemann, Christian Kandler, Jan Siats, Khaled Elsayad, Moritz Fabian Danzer, Susanne Melchers, Gábor Dobos, Hans Theodor Eich, Peter von den Driesch, Julia Hyun
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Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Bei der erythrodermatischen Mycosis fungoides (eMF) und dem Sézary‐Syndrom (SS) sind systemische Therapien häufig mit verzögerten und nicht anhaltenden klinischen Remissionen verbunden. Patienten und Methodik 35 Patienten mit eMF und SS wurden mittels Ganzhautelektronenbestrahlung ( total skin electron beam therapy , TSEBT) behandelt. Analysiert wurden Ansprechraten, patientenberichtete Verläufe, Überlebensraten und die mediane Zeit bis zur nächsten Behandlung ( time to next treatment , TTNT) und Progressionsfreies Überleben ( progression‐free survival , PFS). Ergebnisse In die Studie wurden 21 Patienten mit SS und 14 Patienten mit eMF eingeschlossen. Die applizierte Strahlendosis betrug im Median 12 Gy. Nach der TSEBT erhielten 25 Patienten (71%) eine weitere Therapie. Die Gesamtansprechrate nach 3 Monaten lag bei 89%. Die mediane TTNT lag bei 20 Monaten, das mediane PFS bei 14 Monaten. Bei den Patienten zeigten sich eine deutliche Verringerung des Juckreizes, eine Abnahme der Hautläsionen und eine Verbesserung der Lebensqualität. Die mediane TTNT und das PFS waren in der Gruppe mit Anschlusstherapie nach TSEBT länger als bei Patienten ohne weitere Therapie. Die Rate von Strahlentherapie‐Toxizitäten ≥ Grad 3 betrug 6%. Aus translationaler Perspektive konnten mehrere potenzielle Biomarker im peripheren Blut identifiziert werden. Schlussfolgerungen Patienten mit eMF und SS können wirksam und sicher mit niedrig dosierten TSEBT behandelt werden, sodass anschließende Therapien sowie weitere Behandlungen möglich sind. Die Patienten zeigten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bei gleichzeitig niedriger Toxizität.

JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen GesellschaftVol. 23(12)
Goethe University Frankfurt (DE), Heidelberg University (DE), University Hospital Heidelberg (DE), Humboldt-Universität zu Berlin (DE), Universitätsklinikum des Saarlandes (DE), Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (DE), Essen University Hospital (DE), Universitätsklinik für Strahlentherapie (DE), University Dermatology (US), Austrian Society of Dermatology and Venereology (AT), Klinikum Stuttgart (DE), Johannes Wesling Klinikum Minden (DE)
Openalex Percentile: Top 37%
Cutaneous lymphoproliferative disorders research
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