<i>Trichophyton mentagrophytes</i> Typ VII: Kohortenstudie zu Patientencharakteristika, klinischen Merkmalen, Krankheitsverlauf und Therapie

Zusammenfassung Hintergrund und Ziele Sexuell übertragene Infektionen mit Trichophyton mentagrophytes Typ VII (TMVII) wurden aus mehreren Ländern berichtet. Ziel unserer Studie ist, epidemiologische und klinische Charakteristika zu identifizieren, um Prävention, Diagnosestellung und Behandlung zu verbessern. Patienten und Methodik Es wurden Patienten mit kulturell bestätigter TMVII‐Infektion eingeschlossen, die zwischen 2020 und 2024 in der Hautklinik der Charité –Universitätsmedizin Berlin diagnostiziert wurden. Patientencharakteristika, Klinik und Behandlung wurden ausgewertet. Ergebnisse Insgesamt wurden 51 Patienten eingeschlossen (96,1% männlich, Median: 34 Jahre), wobei 94,6% der männlichen Patienten angaben, Sex mit Männern zu haben. Von 47 mit bekanntem HIV‐Status lebten 19,1% mit HIV; 71,1% der HIV‐negativen Patienten gaben an, PrEP zu nutzen. Die Dauer der Diagnosestellung betrug 42,5 Tage (Median; Q1–Q3: 29,25–73,5). Atypische Morphologien wie eitrige oder infiltrierte subkutane Läsionen traten bei 82,4% auf; 96,1% hatten genitale, perianale oder periorale Manifestationen. Die mediane Dauer der systemischen Behandlung betrug 83,5 Tage (Q1–Q3: 57–110,25), ohne signifikante Assoziation mit Morphologie ( p = 0,69) oder HIV‐/PrEP‐Status ( p = 0,88). Schlussfolgerungen Infektionen mit TMVII treten häufig mit atypischer Morphologie auf und sollten in die Differenzialdiagnose genitaler, perianaler und perioraler Dermatosen einbezogen werden, insbesondere bei Männern mit wechselnden Sexpartnern. Oft sind lange Behandlungszeiten erforderlich, um eine Heilung zu erreichen und Rezidive zu vermeiden.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Published
2025-12-01
DOI
https://doi.org/10.1111/ddg.15837_g
Primary Topic
Nail Diseases and Treatments
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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ALL TIME
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article

Trichophyton mentagrophytes Typ VII: Kohortenstudie zu Patientencharakteristika, klinischen Merkmalen, Krankheitsverlauf und Therapie

Kerstin Kammerer, Julia Huynh, Alexander Nast, Stefanie May et al.
JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Nail Diseases and Treatments
article

Trichophyton mentagrophytes Typ VII: Kohortenstudie zu Patientencharakteristika, klinischen Merkmalen, Krankheitsverlauf und Therapie

Kerstin Kammerer, Julia Huynh, Alexander Nast, Stefanie May, Cornelia Deutsch, Ricardo Niklas Werner, Christoph Zeyen, Sertac Uyar
article en

Abstract

Zusammenfassung Hintergrund und Ziele Sexuell übertragene Infektionen mit Trichophyton mentagrophytes Typ VII (TMVII) wurden aus mehreren Ländern berichtet. Ziel unserer Studie ist, epidemiologische und klinische Charakteristika zu identifizieren, um Prävention, Diagnosestellung und Behandlung zu verbessern. Patienten und Methodik Es wurden Patienten mit kulturell bestätigter TMVII‐Infektion eingeschlossen, die zwischen 2020 und 2024 in der Hautklinik der Charité –Universitätsmedizin Berlin diagnostiziert wurden. Patientencharakteristika, Klinik und Behandlung wurden ausgewertet. Ergebnisse Insgesamt wurden 51 Patienten eingeschlossen (96,1% männlich, Median: 34 Jahre), wobei 94,6% der männlichen Patienten angaben, Sex mit Männern zu haben. Von 47 mit bekanntem HIV‐Status lebten 19,1% mit HIV; 71,1% der HIV‐negativen Patienten gaben an, PrEP zu nutzen. Die Dauer der Diagnosestellung betrug 42,5 Tage (Median; Q1–Q3: 29,25–73,5). Atypische Morphologien wie eitrige oder infiltrierte subkutane Läsionen traten bei 82,4% auf; 96,1% hatten genitale, perianale oder periorale Manifestationen. Die mediane Dauer der systemischen Behandlung betrug 83,5 Tage (Q1–Q3: 57–110,25), ohne signifikante Assoziation mit Morphologie ( p = 0,69) oder HIV‐/PrEP‐Status ( p = 0,88). Schlussfolgerungen Infektionen mit TMVII treten häufig mit atypischer Morphologie auf und sollten in die Differenzialdiagnose genitaler, perianaler und perioraler Dermatosen einbezogen werden, insbesondere bei Männern mit wechselnden Sexpartnern. Oft sind lange Behandlungszeiten erforderlich, um eine Heilung zu erreichen und Rezidive zu vermeiden.

JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen GesellschaftVol. 23(12)
Humboldt-Universität zu Berlin (DE)
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Nail Diseases and Treatments
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