Gleichzeitig auftretende genomische Veränderungen beim NSCLC: Ordnung in eine überfüllte Liste bringen

Lungenkrebs ist weltweit eine der häufigsten Krebsarten, wobei das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) bis zu 80–85% aller Lungenkrebsdiagnosen ausmacht. Die NSCLC-Landschaft ist durch ein heterogenes Spektrum von Genveränderungen gekennzeichnet, wobei Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) und zielgerichtete Therapien die Überlebenschancen von Patienten mit onkogenabhängigem NSCLC signifikant verbessern und im Vergleich zu Chemotherapien eine höhere Wirksamkeit und oft auch ein günstigeres Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil aufweisen. Die Komplexität des NSCLC erstreckt sich jedoch auch auf gleichzeitig auftretende genomische Veränderungen oder Amplifikationen von Tumorsuppressoren und anderen Onkogenen wie TP53, STK11, KEAP1, PIK3CA, RB1 und anderen, die das Fortschreiten der Erkrankung, die Therapieresistenz und die klinischen Ergebnisse erheblich beeinflussen. Diese Co-Mutationen tragen häufig zur Entwicklung einer primären und erworbenen Resistenz gegen zielgerichtete Therapien bei, was die Entscheidungsfindung erschwert. Diese Übersichtsarbeit stellt eine aktuelle und umfassende Darstellung der aktuellen Erkenntnisse über Co-Mutationen beim NSCLC mit besonderem Schwerpunkt auf ihren klinischen Auswirkungen vor und bietet dabei eine neue Perspektive, indem die neuesten molekularen Erkenntnisse mit therapeutischen Herausforderungen in Verbindung gebracht und bestehende Wissenslücken durch eine integrativere und klinisch orientierte Analyse von Co-Mutationen geschlossen werden. Fortschritte beim Next-Generation Sequencing (NGS) und beim molekularen Profiling haben die Identifizierung dieser Co-Alterationen ermöglicht und stärker personalisierten Therapieansätzen den Weg geebnet. Die Interpretation des funktionalen Zusammenspiels von Co-Mutationen sowie die Umsetzung dieser Erkenntnisse in wirksame klinische Interventionen stellt jedoch weiterhin eine Herausforderung dar. In dieser Übersichtsarbeit wird ferner auch die Bedeutung von Co-Mutationen für die Biologie des NSCLC aufgezeigt und ihr Einfluss auf die aktuellen Therapieparadigmen diskutiert. Dabei wird die Notwendigkeit integrativer, Biomarker-gestützter Ansätze zur Verbesserung der Ergebnisse bei NSCLC hervorgehoben.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
Kompass Pneumologie
Published
2025-12-05
DOI
https://doi.org/10.1159/000548529
Primary Topic
Lung Cancer Treatments and Mutations
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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ALL TIME
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OCT
article

Gleichzeitig auftretende genomische Veränderungen beim NSCLC: Ordnung in eine überfüllte Liste bringen

Filippo de Marinis, Federico Pio Fabrizio, Ilaria Attili
Kompass Pneumologie
Lung Cancer Treatments and Mutations
article

Gleichzeitig auftretende genomische Veränderungen beim NSCLC: Ordnung in eine überfüllte Liste bringen

Filippo de Marinis, Federico Pio Fabrizio, Ilaria Attili
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Abstract

Lungenkrebs ist weltweit eine der häufigsten Krebsarten, wobei das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) bis zu 80–85% aller Lungenkrebsdiagnosen ausmacht. Die NSCLC-Landschaft ist durch ein heterogenes Spektrum von Genveränderungen gekennzeichnet, wobei Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) und zielgerichtete Therapien die Überlebenschancen von Patienten mit onkogenabhängigem NSCLC signifikant verbessern und im Vergleich zu Chemotherapien eine höhere Wirksamkeit und oft auch ein günstigeres Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil aufweisen. Die Komplexität des NSCLC erstreckt sich jedoch auch auf gleichzeitig auftretende genomische Veränderungen oder Amplifikationen von Tumorsuppressoren und anderen Onkogenen wie TP53, STK11, KEAP1, PIK3CA, RB1 und anderen, die das Fortschreiten der Erkrankung, die Therapieresistenz und die klinischen Ergebnisse erheblich beeinflussen. Diese Co-Mutationen tragen häufig zur Entwicklung einer primären und erworbenen Resistenz gegen zielgerichtete Therapien bei, was die Entscheidungsfindung erschwert. Diese Übersichtsarbeit stellt eine aktuelle und umfassende Darstellung der aktuellen Erkenntnisse über Co-Mutationen beim NSCLC mit besonderem Schwerpunkt auf ihren klinischen Auswirkungen vor und bietet dabei eine neue Perspektive, indem die neuesten molekularen Erkenntnisse mit therapeutischen Herausforderungen in Verbindung gebracht und bestehende Wissenslücken durch eine integrativere und klinisch orientierte Analyse von Co-Mutationen geschlossen werden. Fortschritte beim Next-Generation Sequencing (NGS) und beim molekularen Profiling haben die Identifizierung dieser Co-Alterationen ermöglicht und stärker personalisierten Therapieansätzen den Weg geebnet. Die Interpretation des funktionalen Zusammenspiels von Co-Mutationen sowie die Umsetzung dieser Erkenntnisse in wirksame klinische Interventionen stellt jedoch weiterhin eine Herausforderung dar. In dieser Übersichtsarbeit wird ferner auch die Bedeutung von Co-Mutationen für die Biologie des NSCLC aufgezeigt und ihr Einfluss auf die aktuellen Therapieparadigmen diskutiert. Dabei wird die Notwendigkeit integrativer, Biomarker-gestützter Ansätze zur Verbesserung der Ergebnisse bei NSCLC hervorgehoben.

Kompass PneumologieVol. 13(6)
Università degli Studi di Enna Kore (IT), European Institute of Oncology (IT)
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Lung Cancer Treatments and Mutations
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