Akzeleration der Zeit, Welt als Bild und Verlust von Alterität
Abstract Nach einer Beschreibung der Ziele und der terminologischen Schwierigkeiten einer deutschen Übersetzung des Begriffs „Global Citizenship“ sowie einer kurzen Darstellung ähnlicher Bemühungen und Programme im Kontext der UNESCO erfolgt eine Untersuchung dreier Bereiche, die für die Verwirklichung der Bildung für eine Weltgemeinschaft von konstitutiver Bedeutung sind. Einmal handelt es sich um die Akzeleration der Zeit. Diese erst macht die Entstehung einer Weltgemeinschaft möglich, gefährdet jedoch zugleich deren Qualität. Sodann ist es die exorbitante Vermehrung der Bilder, die die Entstehung eines planetarischen Bewusstseins ermöglicht; häufig wird dabei jedoch die Welt nur noch als dem Menschen gegenüberstehendes Objekt und Bild wahrgenommen. Schließlich gefährden beide Entwicklungen die Möglichkeit der Begegnung mit Fremdem und mit Alterität. Um eine nachhaltige Bildung für die Weltgemeinschaft zu schaffen, gilt es die Ambivalenz dieser Entwicklungen zu erkennen und die mit ihnen entstehenden negativen Entwicklungen zu bearbeiten.
Authors
- Christoph Wulf (ORCID: https://orcid.org/0000-0003-1600-8958)
Publication Details
- Journal
- Paragrana
- Published
- 2025-11-19
- DOI
- https://doi.org/10.1515/para-2025-0017
- Primary Topic
- German Colonialism and Identity Studies
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
- 0.00