Konjunkturprognosen in unsicheren Zeiten: Die trügerische Sicherheit der Zahlen

In Zeiten multipler Krisen geraten Wirtschaftsprognosen zunehmend in die Kritik. Sie reichen über ihre statistische Tragfähigkeit hinaus und sind weit mehr als Modelle – sie strukturieren politische Debatten, beeinflussen Erwartungen und legitimieren Entscheidungen. Ihnen ist inhärent, dass sie auf Annahmen, Vereinfachungen und statistischen Zusammenhängen historischer Daten beruhen. Dabei orientieren sie sich an den Entwicklungen vergangener Jahre und setzen implizit voraus, dass sich die Zukunft ähnlich verhält. Besonders in einer krisengeprägten Zeit struktureller Umbrüche ist dies problematisch, weil sie mit scheinbarer Präzision Unsicherheit verdecken können. Der Beitrag untersucht, wie verlässlich Konjunkturprognosen heute noch sind, welche Rolle Prognosefehler spielen und wie Krisen messbar gemacht werden können. Abschließend wird diskutiert, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Prognosen aussehen könnte – durch breitere Wohlstandsindikatoren, verbesserte Datenverfügbarkeit und die systematische Einbeziehung von Risiko- und Krisenindikatoren.

Authors

Publication Details

Journal
Wirtschaft und Gesellschaft
Published
2025-11-21
DOI
https://doi.org/10.59288/wug513.316
Primary Topic
German Economic Analysis & Policies
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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Konjunkturprognosen in unsicheren Zeiten: Die trügerische Sicherheit der Zahlen

Eva Six, Michael Ertl, Valentin Solder
Wirtschaft und Gesellschaft
German Economic Analysis & Policies
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Konjunkturprognosen in unsicheren Zeiten: Die trügerische Sicherheit der Zahlen

Eva Six, Michael Ertl, Valentin Solder
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Abstract

In Zeiten multipler Krisen geraten Wirtschaftsprognosen zunehmend in die Kritik. Sie reichen über ihre statistische Tragfähigkeit hinaus und sind weit mehr als Modelle – sie strukturieren politische Debatten, beeinflussen Erwartungen und legitimieren Entscheidungen. Ihnen ist inhärent, dass sie auf Annahmen, Vereinfachungen und statistischen Zusammenhängen historischer Daten beruhen. Dabei orientieren sie sich an den Entwicklungen vergangener Jahre und setzen implizit voraus, dass sich die Zukunft ähnlich verhält. Besonders in einer krisengeprägten Zeit struktureller Umbrüche ist dies problematisch, weil sie mit scheinbarer Präzision Unsicherheit verdecken können. Der Beitrag untersucht, wie verlässlich Konjunkturprognosen heute noch sind, welche Rolle Prognosefehler spielen und wie Krisen messbar gemacht werden können. Abschließend wird diskutiert, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Prognosen aussehen könnte – durch breitere Wohlstandsindikatoren, verbesserte Datenverfügbarkeit und die systematische Einbeziehung von Risiko- und Krisenindikatoren.

Wirtschaft und GesellschaftVol. 51(3)
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German Economic Analysis & Policies
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