Familienfeindliche Familienhäuser: Die oberschlesischen <i>Familoki</i> bei Horst Eckert (Janosch) und Kazimierz Kutz – Versuch einer vergleichenden Betrachtung
Zusammenfassung Die Familoki , blockartig angelegte Arbeitersiedlungen, waren lange Zeit selbstverständlicher Bestandteil der Region Oberschlesien, einer von deutschen, polnischen und tschechischen Einflüssen geprägten Kulturlandschaft. Heute zunehmend mit unkritischer Begeisterung als touristische Attraktion wahrgenommen und als das Sinnbild Oberschlesiens im öffentlichen Bewusstsein präsent, tauchen sie auch in zahlreichen literarischen Werken mit Schlesienbezug auf. Der Beitrag greift in einer vergleichenden Betrachtung die zwei Romane Cholonek oder der Liebe Gott aus Lehm von Horst Eckert und Piąta strona świata von Kazimierz Kutz auf, um das dort gezeichnete Bild eines Familok kritisch zu hinterfragen. Von Bedeutung ist dabei das Wahrnehmungsmodell eines architektonischen Kunstwerks des polnischen Kunsthistorikers Wojciech Bałus, das eine differenziertere und über das bloß Nationale hinausgehende Textanalyse ermöglicht. Es zeigt sich, dass beide Romanautoren ein negatives Bild des Familok entwerfen, das vor allem als dehumanisierendes und repressives Mittel der (Selbst‐)Kontrolle eingesetzt wird und damit die Herausbildung einer homogenen und menschenfeindlichen Identität fördert.
Authors
- Nina Nowara‐Matusik (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-7088-0395)
Institutions
- University of Economics in Katowice (PL)
Publication Details
- Journal
- Orbis Litterarum
- Published
- 2025-11-16
- DOI
- https://doi.org/10.1111/oli.70021
- Primary Topic
- Memory, History, Trauma, Identity
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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