Das Asklepieion von Syrna und das große Erdbeben von 223/222 v. Chr.

Zusammenfassung Das gewaltige Erdbeben, das in den späten 220er Jahren Rhodos heimsuchte und dort u. a. den berühmten Koloß zum Einsturz brachte, hat auch auf dem gegenüberliegenden Festland Schaden angerichtet. Das läßt sich aufgrund einer neuen Epidosisliste für das Asklepieion in Syrna im Zentrum der Karischen Chersonesos erschließen. Dort scheint das eingestürzte Dach die Kultstatue, dessen Kranz und den Eingang zum Tempel beschädigt zu haben. Größeren Schaden erlitt auch der Altar vor dem Tempel. Die kleine Gemeinde hat für den Wiederaufbau des Heiligtums mehrmals zu Epidosisaktionen aufgerufen. Der Aufruf und die Spender wurden auf mehreren Blöcken des Tempels festgehalten. Der bereits seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bekannte Block enthält den Präambel der Epidosis, die anscheinend der Errichtung des eingestürzten Daches galt. Der zweite Block, der auf zwei Kolumnen c. 70 Spenden verzeichnet, scheint die Fortsetzung des ersten Blockes zu sein. Die stark verwitterte Inschrift wurde von Fraser und Bean nur zu einem Drittel wiedergewonnen. Einige der dort unvollständig überlieferten Namen lassen sich auf der Grundlage des dritten, hier erstmals veröffentlichten Blockes wiederherstellen. Die neue Inschrift erwähnt Subskriptionen, die u. a. für Reparaturarbeiten an der Kultstatue und am Altar verwendet wurden. Dort finden sich auch die Namen der Euagis, die im Jahre 220 für die Übertragung eines Grundstücks sowie einiger Epidosisbeiträge für Wiederaufbauarbeiten im Temenos geehrt wurde, sowie des Antragstellers der Ehrung. Dadurch wird der Zusammenhang mit dem großen Erdbeben klar. Unter den Spendern findet man neben Syrniern (Demotikon ausgelassen) auch Personen aus anderen Gemeinden der Peninsula (Amos, Kryassos) sowie einen Insel-Rhodier und mehrere ortsansässige Fremde. Es werden im Anschluß Argumente für die Lokalisation des Asklepieion bei der Moschee von Bayır nahe der Wasserquelle Kızlar Çeşmesi gebracht.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
Klio
Published
2025-11-07
DOI
https://doi.org/10.1515/klio-2025-0004
Primary Topic
Ancient Mediterranean Archaeology and History
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
|||
ALL TIME
JAN
FEB
MAR
APR
MAY
JUN
JUL
AUG
SEP
OCT
article

Das Asklepieion von Syrna und das große Erdbeben von 223/222 v. Chr.

Mustafa Adak, Güray Ünver
Klio
Ancient Mediterranean Archaeology and History
article

Das Asklepieion von Syrna und das große Erdbeben von 223/222 v. Chr.

Mustafa Adak, Güray Ünver
article en

Abstract

Zusammenfassung Das gewaltige Erdbeben, das in den späten 220er Jahren Rhodos heimsuchte und dort u. a. den berühmten Koloß zum Einsturz brachte, hat auch auf dem gegenüberliegenden Festland Schaden angerichtet. Das läßt sich aufgrund einer neuen Epidosisliste für das Asklepieion in Syrna im Zentrum der Karischen Chersonesos erschließen. Dort scheint das eingestürzte Dach die Kultstatue, dessen Kranz und den Eingang zum Tempel beschädigt zu haben. Größeren Schaden erlitt auch der Altar vor dem Tempel. Die kleine Gemeinde hat für den Wiederaufbau des Heiligtums mehrmals zu Epidosisaktionen aufgerufen. Der Aufruf und die Spender wurden auf mehreren Blöcken des Tempels festgehalten. Der bereits seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bekannte Block enthält den Präambel der Epidosis, die anscheinend der Errichtung des eingestürzten Daches galt. Der zweite Block, der auf zwei Kolumnen c. 70 Spenden verzeichnet, scheint die Fortsetzung des ersten Blockes zu sein. Die stark verwitterte Inschrift wurde von Fraser und Bean nur zu einem Drittel wiedergewonnen. Einige der dort unvollständig überlieferten Namen lassen sich auf der Grundlage des dritten, hier erstmals veröffentlichten Blockes wiederherstellen. Die neue Inschrift erwähnt Subskriptionen, die u. a. für Reparaturarbeiten an der Kultstatue und am Altar verwendet wurden. Dort finden sich auch die Namen der Euagis, die im Jahre 220 für die Übertragung eines Grundstücks sowie einiger Epidosisbeiträge für Wiederaufbauarbeiten im Temenos geehrt wurde, sowie des Antragstellers der Ehrung. Dadurch wird der Zusammenhang mit dem großen Erdbeben klar. Unter den Spendern findet man neben Syrniern (Demotikon ausgelassen) auch Personen aus anderen Gemeinden der Peninsula (Amos, Kryassos) sowie einen Insel-Rhodier und mehrere ortsansässige Fremde. Es werden im Anschluß Argumente für die Lokalisation des Asklepieion bei der Moschee von Bayır nahe der Wasserquelle Kızlar Çeşmesi gebracht.

KlioVol. 107(2)
Antalya IVF (TR), Muğla University (TR)
Openalex Percentile: Top 67%
Ancient Mediterranean Archaeology and History
AI Navigator

Ask Laika to Summarize, Analyze, and Connect papers live on the map.

Summarize Papers & Methodologies

Extract key findings, datasets, and comparative methods across publications.

Benchmark Rankings & Visual Analytics

Rank top research institutions, authors, funders, topics, and journals by Field-Weighted Citation Impact (FWCI) and paper volume with instant charts.

Connect Distant Disciplines

Bridge topological clusters on the map to find hidden collaborative intersections.