Die Rolle des Hautmikrobioms bei Akne: Herausforderungen und zukünftige therapeutische Möglichkeiten
Akne vulgaris ist eine weit verbreitete dermatologische Erkrankung, die die Lebensqualität von Jugendlichen und Erwachsenen erheblich beeinträchtigt. Traditionell wurde die Pathogenese der Akne mit Faktoren wie übermäßiger Talgproduktion, follikulärer Hyperkeratinisierung und dem Vorhandensein von Cutibacterium acnes (C. acnes) in Verbindung gebracht. Jüngste Studien haben jedoch die Rolle des Hautmikrobioms hervorgehoben und den Fokus von einzelnen Krankheitserregern auf die Dynamik des mikrobiellen Milieus verlagert. In dieser Übersichtsarbeit wird die bestehende Forschung zum Hautmikrobiom und zu seiner Beziehung zur Akne kritisch bewertet, wobei der Schwerpunkt auf der mikrobiellen Vielfalt, der Variabilität der C. acnes-Stämme und neuen Therapien liegt, die auf das Mikrobiom abzielen. Während bestimmte Studien C. acnes mit dem Schweregrad der Akne in Verbindung bringen, zeigen andere Arbeiten, dass dieses Bakterium auch auf gesunder Haut vorhanden ist. Dies deutet darauf hin, dass stammspezifische Unterschiede und das allgemeine mikrobielle Gleichgewicht eine entscheidende Rolle spielen. Neue therapeutische Ansätze wie Probiotika und die Bakteriophagentherapie zielen auf die Wiederherstellung des mikrobiellen Gleichgewichts oder die selektive Bekämpfung pathogener Stämme ab, ohne dabei das breitere Mikrobiom zu stören. Das Fehlen standardisierter Methoden, die begrenzte Verfügbarkeit von Langzeitstudien sowie die enge Fokussierung auf bakterielle Milieus sind jedoch wichtige Einschränkungen der aktuellen Forschung. Die künftige Forschung sollte verstärkt das breitere Hautmikrobiom, einschließlich Pilze und Viren, analysieren, dabei auf einheitliche Methoden zurückgreifen und sich zudem auf Langzeitstudien konzentrieren, um die mikrobiellen Schwankungen im Zeitverlauf besser zu verstehen. Wenn diese Lücken geschlossen werden, kann dies die Entwicklung wirksamerer mikrobiombasierter Behandlungsansätze für Akne ermöglichen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mikrobiombasierte Therapien zwar vielversprechend sind, aber dennoch weitere Untersuchungen erforderlich sind, um ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu validieren – und so den Weg für innovative, personalisierte Strategien im Akne-Management zu ebnen.
Authors
- Christine Podrini (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-5391-3378)
- Maria Pia Micallef (ORCID: https://orcid.org/0009-0004-8988-5278)
- Alicja Nied ́zwiedzka
Institutions
- Biota Pharmaceuticals (United States) (US)
Publication Details
- Journal
- Kompass Dermatologie
- Published
- 2025-11-10
- DOI
- https://doi.org/10.1159/000548752
- Primary Topic
- Acne and Rosacea Treatments and Effects
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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