Sicherungsbauwerke gegen Rutschungen im Streckennetz der ÖBB Infrastruktur AG – aktueller Stand und Perspektiven

Abstrakt Die Sicherung von Eisenbahnstrecken gegen Rutschungen bleibt trotz technischer Fortschritte eine zentrale Herausforderung, insbesondere bei flachgründigen, schnell ablaufenden Massenbewegungen, die klimawandelbedingt zunehmen. Für das rund 5000 km lange Streckennetz der ÖBB wurden in den letzten 20 Jahren 804 Ereignisse erfasst und analysiert. In 88,6 % der Fälle mussten bauliche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Betriebssicherheit durchgeführt werden. Aktive Sicherungsbauwerke, die meist im Zuge der Ereignisbewältigung errichtet werden, machen 75 % der Maßnahmen aus. Da flachgründige Hangprozesse dominieren, kommen sehr häufig nach ÖBB‐Regelplanung standardisierte Bautypen zum Einsatz. Dabei überwiegen langlebige Bauwerke, die auf den jeweiligen Hangprozess abgestimmt sind, wodurch kaum Folgeschäden auftreten. Diese Hangsicherungen sind jedoch nur im unmittelbaren Prozessraum eines Ereignisses schutzwirksam, sodass der Einsatz von passiven Schutzbauwerken forciert werden soll, um einen flächigen Schutz zu ermöglichen. Netzbarrieren, die gegen mehrere Hangprozesse wirken, sind eine vielversprechende Alternative oder Ergänzung zur punktuellen aktiven Hangsicherung. In diesem Kontext stellt aktuell die Beurteilung der Schutzwirksamkeit bestehender Steinschlagschutznetze bei verschiedenen Einwirkungskombinationen eine Herausforderung dar. Da eine Vollverbauung vieler Streckenabschnitte wirtschaftlich nicht argumentierbar ist, werden auch ergänzende Maßnahmen vorgestellt.

Authors

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Publication Details

Journal
Bautechnik
Published
2025-11-07
DOI
https://doi.org/10.1002/bate.70039
Primary Topic
Civil and Structural Engineering Research
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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Sicherungsbauwerke gegen Rutschungen im Streckennetz der ÖBB Infrastruktur AG – aktueller Stand und Perspektiven

Hans Jörg Laimer, Michael Brauner
Bautechnik
Civil and Structural Engineering Research
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Sicherungsbauwerke gegen Rutschungen im Streckennetz der ÖBB Infrastruktur AG – aktueller Stand und Perspektiven

Hans Jörg Laimer, Michael Brauner
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Abstract

Abstrakt Die Sicherung von Eisenbahnstrecken gegen Rutschungen bleibt trotz technischer Fortschritte eine zentrale Herausforderung, insbesondere bei flachgründigen, schnell ablaufenden Massenbewegungen, die klimawandelbedingt zunehmen. Für das rund 5000 km lange Streckennetz der ÖBB wurden in den letzten 20 Jahren 804 Ereignisse erfasst und analysiert. In 88,6 % der Fälle mussten bauliche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Betriebssicherheit durchgeführt werden. Aktive Sicherungsbauwerke, die meist im Zuge der Ereignisbewältigung errichtet werden, machen 75 % der Maßnahmen aus. Da flachgründige Hangprozesse dominieren, kommen sehr häufig nach ÖBB‐Regelplanung standardisierte Bautypen zum Einsatz. Dabei überwiegen langlebige Bauwerke, die auf den jeweiligen Hangprozess abgestimmt sind, wodurch kaum Folgeschäden auftreten. Diese Hangsicherungen sind jedoch nur im unmittelbaren Prozessraum eines Ereignisses schutzwirksam, sodass der Einsatz von passiven Schutzbauwerken forciert werden soll, um einen flächigen Schutz zu ermöglichen. Netzbarrieren, die gegen mehrere Hangprozesse wirken, sind eine vielversprechende Alternative oder Ergänzung zur punktuellen aktiven Hangsicherung. In diesem Kontext stellt aktuell die Beurteilung der Schutzwirksamkeit bestehender Steinschlagschutznetze bei verschiedenen Einwirkungskombinationen eine Herausforderung dar. Da eine Vollverbauung vieler Streckenabschnitte wirtschaftlich nicht argumentierbar ist, werden auch ergänzende Maßnahmen vorgestellt.

BautechnikVol. 102(12)
Fachhochschule Salzburg (AT), Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (DE)
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