Roberto De Simones <b> <i>Aschenkatze</i> </b>
Zusammenfassung Kurz nach dem Tod von Roberto De Simone, dem international anerkannten Musikwissenschaftler und Ethnologen, untersucht dieser Beitrag seine Bühnenadaption von Giovan Battista Basiles cunto , La gatta Cenerentola , die 1976 in Spoleto uraufgeführt wurde. Ausgehend von den neueren, theaterwissenschaftlichen Überlegungen zu Diegese und Mimesis – im Kontext der Diskussionen in der Populärliteraturforschung über den Übergang von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit – wird analysiert, wie diese Inszenierung das traditionelle Verhältnis im Märchen von Vorder- und Hintergrundgeschehen unterläuft bzw. auf den Kopf stellt. Das Märchen, Aschenputtels individueller Traum und zugleich kollektiver Traum einer ganzen Stadt (Neapel), erscheint in einer kunstvollen und zugleich höchst vergnüglichen karnevalesken Vermischung musikalischer Gattungen erweitert, dekonstruiert, neu gerahmt und für fortwährende Neuinterpretationen geöffnet – als Kontrapunkt zu einem Text, der in einem Ton bitterer Ernüchterung und Desillusionierung schließt, wie er bereits in Basiles Eklogen anklingt.
Authors
- Luisa Rubini Messerli
Institutions
- University of Zurich (CH)
- Zurich University of Teacher Education (CH)
Publication Details
- Journal
- Fabula
- Published
- 2025-10-28
- DOI
- https://doi.org/10.1515/fabula-2025-0017
- Primary Topic
- Arts, Culture, and Music Studies
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
- 0.00