Ageing & Longevity

Liebe Leserinnen und Leser,Das Altern und die vielleicht mögliche An­tagonisierung des Alterungsprozesses sind seit einigen Jahren ein großes Thema in allen Medien. Auch die US-amerikanischen Tech-Konzerne investieren – trotz der Tatsache, dass derzeit die Grundlagenforschung in den USA nicht mehr adäquat gefördert wird – enorme Beträge in die Erforschung des Alterns und in mögliche Maßnahmen zur Verlangsamung der Alterungsvorgänge, sowohl systemisch als auch auf Organebene. Bis wir wirklich soweit sein werden und die Krankheit «Altern» behandeln werden können, müssen wir uns weiterhin konzentrieren auf die bestmögliche Behandlung von Altersfolgen. Das Sehorgan ist hier in vielfacher Weise betroffen. Wir kennen Alterungserscheinungen der Adnexe, die i.d.R. erfolgreich operativ angegangen werden können. Daneben gibt es aber auch Folgen einer lebenslangen Lichtexposition, denn wie die Haut vergisst auch das Auge nichts. Unsere deutlich gestiegene Lebenserwartung hat beispielsweise zu einer dramatischen Zunahme der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) geführt. Auch wenn wir mittlerweile die feuchte Form in vielen Fällen erfolgreich therapieren können, steht uns zur Behandlung der trockenen Form wenig zu Verfügung. Der Inhalt dieses Heftes beschäftigt sich aus oben genannten Gründen mit der Behandlung von Altersfolgen. So zeigt die von Bertelmann besprochene Untersuchung sehr schön, dass chi­rurgische Eingriffe an den oberen Augen­lidern (Blepharoplastik, Ptosis-Operation, Brauenhebung oder ein kombinierter Eingriff) die Lebensqualität bei Kopfschmerzen und Hautproblemen signifikant verbessern und den Bedarf an Medikamenten deutlich reduzieren helfen. In der Rubrik «Steckbrief Forschung» wurde der klinische Alltag bestätigt: Die vierfach höhere Dosierung von Aflibercept verlängert Behandlungsintervalle und optimiert Krankheitskontrolle bei nAMD- und DMÖ-Patienten. Metformin, ein Antidiabetikum mit antioxidativer, antiinflammatorischer und antiangiogener Wirkung ist offensichtlich in der Lage, den Verlauf der AMD zu beeinflussen. Da Metformin auch als Antiageing-Medikament in der Erprobung ist, dürfen wir gespannt sein, ob vielleicht ein nebenwirkungsärmeres Derivat Einzug halten wird in die Therapie der AMD. Die Photobiomodulation, bei der Licht im roten bis nahen Infrarot (NIR)-Bereich (650–1300 nm) eingesetzt wird, um eine Steigerung der Mitochondrienfunktion und die Modulation von Entzündungswegen zu fördern, hat sich in jüngster Zeit als potenzielle Zusatztherapie für verschiedene degenerative Erkrankungen herauskristallisiert. Frau Wiedemann aus Köln bespricht eine Übersicht der Risikofaktoren für Transplantatablösungen nach endothelialen Keratoplastiken. Die Arbeit konnte an einem großen Patientenkollektiv sehr schön zeigen, dass die Identifizierung von Faktoren, die die Transplantatabhebung nach endothelialer Keratoplastik beeinflussen, die postoperativen Ergebnisse verbessern kann. Last but not least wird ein praxisnahes, interaktives Lernformat für junge Augenärzte vorgestellt (DOG Case Club). Im monatlichen Online-Treffen werden reale klinische Fälle gemeinsam analysiert und Therapieoptionen diskutiert – stets begleitet von erfahrenen Experten. Das Format fördert nicht nur Fachwissen, sondern auch didaktische und kommunikative Fähigkeiten. Der erfolgreiche Auftakt zeigt: Der Bedarf ist groß.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
Kompass Ophthalmologie
Published
2025-09-04
DOI
https://doi.org/10.1159/000547997
Primary Topic
Genetics, Aging, and Longevity in Model Organisms
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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ALL TIME
JAN
FEB
MAR
APR
MAY
JUN
JUL
AUG
SEP
OCT
article

Ageing & Longevity

Albert J. Augustin
Kompass Ophthalmologie
Genetics, Aging, and Longevity in Model Organisms
article

Ageing & Longevity

Albert J. Augustin
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Abstract

Liebe Leserinnen und Leser,Das Altern und die vielleicht mögliche An­tagonisierung des Alterungsprozesses sind seit einigen Jahren ein großes Thema in allen Medien. Auch die US-amerikanischen Tech-Konzerne investieren – trotz der Tatsache, dass derzeit die Grundlagenforschung in den USA nicht mehr adäquat gefördert wird – enorme Beträge in die Erforschung des Alterns und in mögliche Maßnahmen zur Verlangsamung der Alterungsvorgänge, sowohl systemisch als auch auf Organebene. Bis wir wirklich soweit sein werden und die Krankheit «Altern» behandeln werden können, müssen wir uns weiterhin konzentrieren auf die bestmögliche Behandlung von Altersfolgen. Das Sehorgan ist hier in vielfacher Weise betroffen. Wir kennen Alterungserscheinungen der Adnexe, die i.d.R. erfolgreich operativ angegangen werden können. Daneben gibt es aber auch Folgen einer lebenslangen Lichtexposition, denn wie die Haut vergisst auch das Auge nichts. Unsere deutlich gestiegene Lebenserwartung hat beispielsweise zu einer dramatischen Zunahme der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) geführt. Auch wenn wir mittlerweile die feuchte Form in vielen Fällen erfolgreich therapieren können, steht uns zur Behandlung der trockenen Form wenig zu Verfügung. Der Inhalt dieses Heftes beschäftigt sich aus oben genannten Gründen mit der Behandlung von Altersfolgen. So zeigt die von Bertelmann besprochene Untersuchung sehr schön, dass chi­rurgische Eingriffe an den oberen Augen­lidern (Blepharoplastik, Ptosis-Operation, Brauenhebung oder ein kombinierter Eingriff) die Lebensqualität bei Kopfschmerzen und Hautproblemen signifikant verbessern und den Bedarf an Medikamenten deutlich reduzieren helfen. In der Rubrik «Steckbrief Forschung» wurde der klinische Alltag bestätigt: Die vierfach höhere Dosierung von Aflibercept verlängert Behandlungsintervalle und optimiert Krankheitskontrolle bei nAMD- und DMÖ-Patienten. Metformin, ein Antidiabetikum mit antioxidativer, antiinflammatorischer und antiangiogener Wirkung ist offensichtlich in der Lage, den Verlauf der AMD zu beeinflussen. Da Metformin auch als Antiageing-Medikament in der Erprobung ist, dürfen wir gespannt sein, ob vielleicht ein nebenwirkungsärmeres Derivat Einzug halten wird in die Therapie der AMD. Die Photobiomodulation, bei der Licht im roten bis nahen Infrarot (NIR)-Bereich (650–1300 nm) eingesetzt wird, um eine Steigerung der Mitochondrienfunktion und die Modulation von Entzündungswegen zu fördern, hat sich in jüngster Zeit als potenzielle Zusatztherapie für verschiedene degenerative Erkrankungen herauskristallisiert. Frau Wiedemann aus Köln bespricht eine Übersicht der Risikofaktoren für Transplantatablösungen nach endothelialen Keratoplastiken. Die Arbeit konnte an einem großen Patientenkollektiv sehr schön zeigen, dass die Identifizierung von Faktoren, die die Transplantatabhebung nach endothelialer Keratoplastik beeinflussen, die postoperativen Ergebnisse verbessern kann. Last but not least wird ein praxisnahes, interaktives Lernformat für junge Augenärzte vorgestellt (DOG Case Club). Im monatlichen Online-Treffen werden reale klinische Fälle gemeinsam analysiert und Therapieoptionen diskutiert – stets begleitet von erfahrenen Experten. Das Format fördert nicht nur Fachwissen, sondern auch didaktische und kommunikative Fähigkeiten. Der erfolgreiche Auftakt zeigt: Der Bedarf ist groß.

Kompass OphthalmologieVol. 11(3)
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Genetics, Aging, and Longevity in Model Organisms
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