Mary Magdalene the Apostle: A Re-interpretation of Literary Traditions?

Maria Magdalena ist eine wichtige Person des entstehenden Christentums, die in vielen Evangelien vorkommt und dabei mitunter eindeutig als eine Apostelin, d.h. als Person mit Beauftragung und Lehrautorität, dargestellt wird. Ist die Vorstellung von der Apostelin Maria Magdalena eine alte Tradition, die sich leider nur in wenigen Zeugnissen erhalten hat, wie oftmals angenommen? In meinem Aufsatz untersuche ich die Darstellung von Maria Magdalena in verschiedenen Schriften, und zwar anhand der für das Apostelamt besonders relevanten Geschichten der Erscheinung des Auferstandenen. Dabei zeigt sich, dass Maria Magdalena in später entstandenen Schriften deutlicher Apostelin ist als in früheren. Der Befund lässt sich m.E. als eine Weiterentwicklung der im Matthäusevangelium erzählten Erscheinungsgeschichten erklären: Das Johannesevangelium, die Sophia Jesu Christi und das Mariaevangelium verstärken jeweils Marias apostolische Rolle, indem sie unterschiedliche Traditionen interpretieren und umgestalten. Im zweiten Jahrhundert wird Maria Magdalena als Apostelin angesehen. Aber anders als z.B. bei Thomas gehört die Anerkennung ihrer persönlichen Autorität als beauftragte Lehrende nicht zum frühesten erhaltenen Bestand der Traditionen über sie.

Authors

Publication Details

Journal
lectio difficilior
Published
2025-10-18
DOI
https://doi.org/10.36950/ld.01.2007.12886
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1
Primary Topic
Medieval Literature and History
Type
article
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Mary Magdalene the Apostle: A Re-interpretation of Literary Traditions?

Judith Hartenstein
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Mary Magdalene the Apostle: A Re-interpretation of Literary Traditions?

Judith Hartenstein
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Abstract

Maria Magdalena ist eine wichtige Person des entstehenden Christentums, die in vielen Evangelien vorkommt und dabei mitunter eindeutig als eine Apostelin, d.h. als Person mit Beauftragung und Lehrautorität, dargestellt wird. Ist die Vorstellung von der Apostelin Maria Magdalena eine alte Tradition, die sich leider nur in wenigen Zeugnissen erhalten hat, wie oftmals angenommen? In meinem Aufsatz untersuche ich die Darstellung von Maria Magdalena in verschiedenen Schriften, und zwar anhand der für das Apostelamt besonders relevanten Geschichten der Erscheinung des Auferstandenen. Dabei zeigt sich, dass Maria Magdalena in später entstandenen Schriften deutlicher Apostelin ist als in früheren. Der Befund lässt sich m.E. als eine Weiterentwicklung der im Matthäusevangelium erzählten Erscheinungsgeschichten erklären: Das Johannesevangelium, die Sophia Jesu Christi und das Mariaevangelium verstärken jeweils Marias apostolische Rolle, indem sie unterschiedliche Traditionen interpretieren und umgestalten. Im zweiten Jahrhundert wird Maria Magdalena als Apostelin angesehen. Aber anders als z.B. bei Thomas gehört die Anerkennung ihrer persönlichen Autorität als beauftragte Lehrende nicht zum frühesten erhaltenen Bestand der Traditionen über sie.

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